ParkinMOVE flashed den Hamburger Hafen

ParkinMOVE flashed den Hamburger Hafen


Gemeinsam tanzend für eine bessere Versorgung von Parkinsonerkrankten an unseren Krankenhäusern!

Am Samstag haben wir bei sommerlichem Wetter vor der maritimen Kulisse des Hamburger Hafens zum ersten Mal laut den Mob geflashed. Acht Tänzer_innen fanden sich zusammen und erregten mit ihrer ausdruckstarken Choreografie und zu Queens „We will rock you“ großes Interesse bei den Passant_innen.

In angeregten Gesprächen mit Interessierten und durch unsere Flyer konnten wir auf unsere Anliegen aufmerksam machen und uns als Kampagne präsentieren. Zahlreiche interessierte Wochenendausflügler unterzeichneten unsere Petition und wurden somit zu Unterstützer_innen unsere Kampagne. Vielen lieben Dank dafür!

Da unser Flashmob ein voller Erfolg war und alle Teilnehmer_innen großen Spaß an diesem Format hatten, werden wir nun regelmäßig Flashmobs in Hamburg veranstalten. Wenn auch du Lust bekommen hast mitzumachen und Parkivist_in werden möchtest kannst du dich gerne bei uns melden. Wir freuen uns auf dich!

Neu: Sommeraktion

Neu: Sommeraktion

„Hallo Leute“, „moin moin“, oder wie man bei uns in Bayern sag „Grüß Gott beinand“!

Wir, das teamdopamin haben eine Sommeraktion zum mitmachen für Euch.

Andy Butler hat in seiner Rede ganz treffend gesagt, dass viele Leute den wahren Parkinson bei uns nicht sehen. „Den alten Mann, der morgens aus dem Bett steigt und im Laufe des Tages jünger wird, wenn die Medikamente anfangen zu wirken und abends, wenn die Medikamente aufhören zu wirken, geht wieder derselbe alte Mann ins Bett”!


Wir wollen mit dieser Aktion einen Teil vom wahren Parkinson sichtbar machen. Macht ein Foto von euren Tabletten. In der Schublade, im Schrank, in der Tüte, als Pyramide, wie auch immer ihr sie aufbewahrt, und schickt es bei uns ein unter team-dopamin@web.de.

Die Kyoto Kraniche: Einmal um die Welt

Die Kyoto Kraniche: Einmal um die Welt

Nicht zu fassen! Vor ungefähr einem Jahr startete die Aktion “Soaring with Hope for Parkinson’s” mit dem Aufruf, 10.000 Origami Kraniche zu falten und mit einer Hoffnungsbotschaft versehen an drei Damen in Kalifornien zu senden. Innerhalb kürzester Zeit hatten sie die Kraniche beisammen aus 13 Ländern, unter anderem auch aus Deutschland.

Erste Station: Unsere Kraniche sind heil in Kalifornien angekommen.

Beim Welt Parkinson Kongress in Kyoto im Juni diesen Jahres, wurden die Papierkraniche — als Zeichen der Hoffnung — ausgestellt. Zahlreiche bunte Papierschirme mit Strängen von bunten gefalteten Kranichen gaben ein fröhliches, ein beeindruckendes Bild ab.

Nach dem Kongress wurden viele der Kraniche wieder in ihre Heimatländer zurück geschickt. Freundlicherweise hat Andy Butler das für die deutschen Kraniche übernommen und brachte sie von Kyoto über London nach Dorsten, wo wir ihn beim Symposium von Parkinson Youngster trafen.

Eine lange Weltreise haben sie hinter sich gebracht, die kleinen bunten Vögel. Aber die Reise ist noch nicht zuende. Nächste Woche werden sie verpackt und an eine allerletzte Station geschickt, als Überraschung. Wir sind 100 Prozent sicher, dass sie dort in sehr guten Händen sein werden.

teamdopamin

Wiederstandskraft und Hoffnung

Wiederstandskraft und Hoffnung

Diese Rede hielt Andy Butler, Netzwerker und Fürsprecher für Menschen mit Parkinson aus Großbritannien, bei dem “Symposium mal anders” in Dorsten, NRW.

Hallo Dorsten aus Großbritannien,

Ich wurde gebeten, einen Vortrag über Resilienz bzw. Stärke oder vielleicht ein anderes Wort -Hoffnung-  zu halten.

Ja, Parkinson ist heimtückisch und unnachgiebig – es bedeutet eine Herausforderung, wenn nicht sogar einen Kampf für die meisten Menschen, die mit der Krankheit leben.

Parkinson ist auch eine stille Krankheit – zu Hause braucht man Medikamente zur Behandlung von Parkinson und Medikamente gegen die Nebenwirkungen von Parkinson. Du brauchst Zeit, um dich zu dehnen und zu strecken und dich aus dem Bett zu “bewegen”. Zeit, um nicht so auszusehen, als hätte dich ein D-Zug überfahren!

Für die breite Öffentlichkeit gibt es ein kleines Detail, das sie nicht sieht! Sie sieht, wie du läufst, fährst und arbeitest – sie sieht aber nicht den wahren Parkinson bei den Menschen. Viele meiner Partner beschreiben “den alten Mann, der morgens aus dem Bett steigt und im Laufe des Tages jünger wird, wenn die Medikamente anfangen zu wirken und abends, wenn die Medikamente aufhören zu wirken, geht wieder der selbe alte Mann ins Bett”!

Während die Erkrankten täglich mit Parkinson und seinen Herausforderungen kämpfen, wird gleichzeitig auf der ganzen Welt ein Kampf gefochten, der größere Herausforderungen mit sich bringt – der von Forschern, Neurowissenschaftlern, Fürsprechern, Aktivisten und Pflegepersonal – gute Menschen, wie Sie selbst, die Konferenzen veranstalten, die sich Gehör verschaffen und Spenden sammeln. Die auch die Agenda vorantreiben oder Leute wie ich, die Vorträge halten.

Sie fragen sich vielleicht, warum bin ich in Deutschland? Warum nicht? Parkinson ist in jedem Land und auf jeder Insel der Welt. Die Krankheit macht nicht an Grenzen halt – sie braucht kein Visum (außerdem ist das Bier hier super cool).

Sie sind Forscher, die auf der ganzen Welt jeden Morgen aufstehen, um ihre tägliche Parkinson-Herausforderung in ihren Kliniken und Laboratorien zu bewältigen. Sie sind Spendensammler, die meilenweit laufen und weite Strecken radeln, Lobbyisten, die im Namen der Menschen sprechen, bei denen Parkinson diagnostiziert wurde.

All diese Menschen tun dies mit Resilienz/Stärke und Hoffnung – Sie warten darauf, einer verbesserten Behandlung oder gar der Heilung einen Schritt näher zu kommen.

Menschen mit Parkinson fragen “warum dauert das so lange?” Sie werden ungeduldig und frustriert und das ist der Punkt, an dem die Resilienz eintritt! Hoffnung offenbart sich. Marathon laufen, Radfahren, die Gemeinde und Gott, von der Durchführung von Veranstaltungen und Spendenwerbung in jeder Form. Menschen mit Parkinson gewinnen Hoffnung aus vielen Bereichen und schöpfen daraus Stärke.

Die meisten Menschen mit Parkinson, die ich kenne, erhalten diese Stärke von anderen Menschen mit Parkinson. Freundschaft, Gemeinschaft, Karriere, Betreuung, sich gegenseitig unterstützen; eines Tages, wenn nicht morgen, dann in den kommenden Tagen, Monaten oder Jahren, werden wir die Antworten bekommen, um Menschen mit Parkinson in Menschen ohne Parkinson zu verwandeln!

Es gibt viele Fürsprecher, Aktivisten, die ich bewundere und von denen ich Hoffnung erhalte, die heute hier anwesend sind. Ich werde nur einige und nur ihre Vornamen nennen: Nadine, May, Tony, Christoph.

Wir sind alle gemeinsam in dieser Sache und wir alle wollen das gleiche erreichen!

Vielen Dank an Parkinson Youngster, dass ich meinen Vortrag auf dieser großartigen Konferenz halten durfte.

Andy Butler

Nach einem Unfall ins Krankenhaus – und der Parkinson kommt mit

Nach einem Unfall ins Krankenhaus – und der Parkinson kommt mit

Viele von uns kennen die Angst, mit unserem Untermieter Herrn Parkinson ins Krankenhaus zu müssen. Zum Beispiel nach einem Unfall. Am 16. Dezember 2018 war es bei mir der Fall.

Wie bereits im März 2019 erzählt, bin ich zu Hause zwei Mal gestürzt und dann mit dem Krankenwagen ins Krankenhaus gebracht worden.

Nach dem zweiten Sturz wusste ich, es war irgendetwas anders. Der Kopf brummte und tat Hölle weh. Ich konnte noch eine Freundin informieren, die Minuten später, gleichzeitig mit der Ambulanz eintraf.

Diese fuhren mich dann in das Bundeswehrkrankenhaus Hamburg.
Noch in der Notaufnahme gab ich an, dass ich Parkinson habe und übergab meinen Medikamentenplan, den ich neuerdings immer mitführe.

Während sich zuerst alles um den Sturz drehte, wurde aber auch eine Neurologin hinzugezogen. Die schaute auf meinen Pillenplan, machte dann einige Untersuchungen mit mir, und sagte dann, sie kümmere sich.

Als ich auf die Station verlegt wurde, kam wenig später die Neurologin und sagte: “Wir haben IHRE Medis besorgt und diese werden Ihnen von den Schwestern gereicht, zu den Zeiten laut Ihrem Plan.”

Bis zur ersten OP dauerte es ganze zwei Tage, weil mein Kreislauf nicht so wollte.

Wie gesagt, ich bekam meine Pillen von der Liste und die Schwestern achteten sehr auf die zeitliche Einnahme. Selbst wenn ich abends schlief, gaben Sie mir Bescheid, damit keine Lücke entstand.

Die Genesung konnte starten.

Nach acht Wochen musste eine zweite OP durchgeführt werden (eine Schraube war aus der Halterung gebrochen.) Dieses Mal fragten die Ärzte, ob ich meine Pillen von zu Hause mitbringen könnte, da meine Sorten nicht vor Ort wären. Dies fand ich ok und hab das so gemacht.

Vor der OP hatte ich eine super Aufklärung darüber, welches Parkinson Medikament Probleme bereiten könnte, aber dass die Ärzte während der Narkose besonders drauf achten würden. Und auch hier ist immer beachtet worden, dass die Einnahme pünktlich stattfindet, auch wenn ich die Medikamente bei mir im Schrank hatte.

Irgendwann, weitere zwölf Wochen später, mussten, beziehungsweise konnten die Schrauben und Platten wieder entfernt werden. Also wieder ein paar Tage Vollpension im Krankenhaus.

Wieder habe ich meine Pillen selbst mitgebracht und an die Einnahmen gedacht. Und wieder kam regelmäßig eine Schwester und schaute, ob ich daran gedacht hatte.

Was mir beim dritten Mal auffiel: Ich wurde noch im Aufwachraum gefragt, ob ich während der OP eine Einnahme versäumt haben könnte. Auf mein “Ja” wurde ein Pfleger losgeschickt, um die entsprechende Tablette zu holen.

Ich fühlte mich in der ganzen Zeit und bei den drei OPs sehr gut aufgehoben, gut informiert und beraten. Und es gab eine Neurologin, für die Parkinson kein Fremdwort war. Es wurden alle Kontrollen von dem Chirurgen gemacht, der mich operiert hat. Ich war im Bundeswehrkrankenhaus Hamburg.

Gisela

Wolfszittern

Wolfszittern

Ich wurde als Wolfsrüde in ein wunderbares Rudel hoch oben in den Bergen des Schwarzwaldes geboren. Mein Vater, ein prächtiger starker Wolf war der geeignete Anführer unseres Stammes. Zusammen mit mir erblickten noch 2 Brüder und 4 Schwestern das Licht der Welt. Wir hatten viel Spaß in diesem so schönen Wald, den wir unser Revier nennen durften.

Die älteren Tiere lernten uns das Aufspüren und Jagen von Beute, das nötige Handwerkszeug für ein Überleben in der Wildnis.

In sternenklaren Nächten, wenn der Mond die Bergkuppen erhellte, sangen wir ein schauerliches Lied, welches weit über die Täler getragen wurde.

Ich hatte mich als männlicher Wolf schon zu lange in meinem Rudel aufgehalten. Meine Brüder waren schon vor Monaten losgezogen um ihr Glück in der Welt zu finden. Nur der eine war nach ein paar Wochen nochmal kurz aufgetaucht, um dann aber endgültig zu verschwinden.

Eigentlich war ich schon lange bereit meine Familie zu verlassen und es konnte sich nur noch um wenige Tage handeln, bevor ich den Aufbruch in meine ungewisse Wanderschaft beginnen würde. Unser Rudel war auch viel zu groß für das bescheidene Revier. Die Beute, die wir in diesem harten Winter machten, reichte kaum für alle aus.

Dann eines Tages, noch vor Sonnenaufgang, die anderen Tiere schliefen noch, brach ich auf. Nach einigen hundert Metern warf ich sehnsüchtig Blick zurück. Ich werde das mir liebgewonnene Wolfsrudel vermissen.

Dann trug der Wind einen fremden Geruch in meine Nase. Wölfe, aber keine, die ich kannte.
Ich sah sie auf der gegenüberliegenden Seite des Rudels. Es war ein kleiner, ebenfalls vom harten Winter gekennzeichneter Haufen. Vermutlich wollten Sie unser Revier übernehmen, um mehr Beute machen zu können.

Mein Vater, der das Rudel seit Jahren gut führte, muss dies auch bemerkt haben. Er ging sofort in die Verteidigung über, als einer der fremden Wölfe auf ihn zukam. Es war ein harter unerbittlicher Kampf, dem mein Vorfahre aufgrund seines hohen Alters nicht standhalten konnte.

Noch bevor der fremde Wolf die Herrschaft über mein Rudel an sich reißen konnte, war ich bereits zurückgeeilt, um über den Eindringling herzufallen. Ich war zu dieser Zeit bereits ein stattliches Tier. Den zwischenzeitlich geschwächten Eindringling konnte ich schnell überwältigen. Die Störenfriede zerstreuten sich in alle Himmelsrichtungen, nur ein junges Weibchen, ergab sich mir demütig. Sie sollte später meine Gefährtin werden. Für meinen Vater kam die Hilfe zu spät, er erlag am gleichen Tag seinen schweren Wunden.

Ich war zum Anführer unseres Rudels geworden. Es hatte einen Sinn gehabt, so lange Zeit bei meiner elterlichen Sippe zu bleiben.

Dies war schon einige Winter her, ich war zu einer guten und kräftigen Leitfigur unseres Familienverbandes geworden. Zusammen mit meiner Partnerin, hatten wir schon viele Nachkommen. Einige von Ihnen sind auf ihre ungewisse Wanderschaft gegangen.

Nach dem vorletzten Winter, als die ersten Knospen an den kahlen Bäumen erschienen, spürte ich ein seltsames Vibrieren in meiner rechten Vorderpfote. Dieses Zittern war besonders heftig, wenn meine Pfote nicht belastet war, immer dann wenn ich mich zur Ruhe begab. Bis zum späten Sommer war mein ganzes Bein davon betroffen.

Im folgenden Winter gesellten sich leichte Schmerzgefühle in den Muskeln hinzu, ich hatte das Gefühl einer zunehmenden Unbeweglichkeit. Es schien keinem im Rudel aufgefallen zu sein, denn wir waren während der Zeit der großen Kälte alle sehr träge. Wenn wir unser Revier durchstreiften, war ich nicht mehr ganz vorne, die Position, die dem Rudelführer zustand. Immer öfter lief ich am Ende der Reihe. Ich hatte das Gefühl, als würden meine Pfoten am Boden kleben. Jeder Schritt kostet mich Kraft, ich war langsam geworden.

Nachts lag ich stundenlang wach und hörte die Anderen schlafen. Tagsüber verspürte ich den Drang, mich hinlegen zu wollen. Auch täuschte mich meine Nase immer mehr, eine sich nahende Beute konnte ich nicht mehr wahrnehmen.

Einer meiner älteren Nachkommen, groß und kräftig, begann die Führung im Rudel zu übernehmen. Ich geriet zunehmend in den Hintergrund. Nur meine Partnerin wanderte immer, leicht abschlagen vom restlichen Rudel, an meiner Seite. Wir würden den Anschluss verlieren. Alleine konnten wir uns nicht ernähren, da wir ohne Revier nicht genug Beute für uns machen konnten.

Bald wird ein Zeitpunkt der Entscheidung kommen. Der neue Rudelführer würde mich verjagen, sich der Last für das Rudel entledigen.

Ein paar Tage später ergab sich die Gelegenheit zur Jagd. Ein heranwachsendes Reh, welches getrennt von seiner Mutter war, stand alleine im Wald. Das Rudel nahm die Verfolgung auf, wie es der Zufall wollte, wendete sich das Reh in meine Richtung. Sonst hätte ich dem Tier nicht mehr folgen können. Kurz vor der Beute, stolperte ich mitten im Lauf, meine rechte Vorderpfote blieb, trotz meiner mäßigen Geschwindigkeit, am Boden haften.

Das Beutetier war entkommen, ich hatte Glück mir keine ernsthafte Verletzung zuzuziehen. In sicherer Entfernung konnte man das junge Reh sehen, es stand da, als würde es mich auslachen. Was war nur aus mir geworden, dem einst so stolzen Leittier dieses Rudels. Meine Schwestern, die alle im Rudel geblieben sind, waren noch bei vollen Kräften und wertvolle Mitglieder der Gemeinschaft.

Nach dieser missglückten Jagd versammelte sich das hungrige Rudel um mich. Ich stand mit gebeugte Haltung, welche nicht meiner Reumütigkeit zuzuschreiben war, im Kreise meiner Verwandten. Der Leitwolf kam mit hoch erhobenem Kopf auf mich zu. Im Gegensatz zu ihm gab ich ein lächerliches Bild ab. So muss ich einmal ausgesehen haben, als ich vor Jahren unser Rudel vor den fremden Wölfen gerettet hatte.

Die Stunde der Wahrheit war nun gekommen, das Rudel würde mich verstoßen. Ich war zur Ballast für die Anderen geworden. Doch was, wenn ich mich weigerte, was wenn ich das Revier nicht verlassen würde? Der Leitwolf würde handeln müssen, er würde mich töten. Doch alleine wäre ich auch dem sicheren Tode geweiht.

Als er vor mir stand, legte ich mich auf den Rücken, zog meinen Kopf weit in den Nacken. Ich bot ihm meine Kehle dar, er könnte sie nun problemlos mit seinen scharfen Zähnen durchbeißen. Der mächtige Wolf öffnete sein Maul weit und umschloss meinen Hals. Ich spürte die spitzen Zähne auf meiner Haut, rechnete mit dem baldigen Ende meines Daseins als Schwarzwälder Wolf.

Ganz unvermittelt, zog er den Kopf zurück, anstelle meiner Kehle zu zerfetzen, leckte er mir diese fast liebevoll mit der Zunge. Der neue Rudelführer zeigte wahre Größe, er duldete mich weiter in seinem Rudel.

Solange es für das Rudel genügend Nahrung gab, musste ich mir nun keine Sorgen mehr machen.
So konnte ich noch Jahre mit meinen Artgenossen verbringen.

Heute, nachdem ein Jäger mich lahmen Wolf erwischt hat, stehe ich ausgestopft in einem Museum. Dort kann man mich als Vertreter, einer in dieser Region ausgerotteten Tierart bewundern.

Kotti